Visitation mit Prälat Stumpf: "Alles gut..."

Dekan Jahn - Prälat Stumpf - Pfarrer Götz

Seit März steht die Hauptvisitation des Kirchenbezirks und der Kirchengemeinde Blaufelden auf der Agenda des Heilbronner Prälaten Harald Stumpf. Der Kirchenbezirk wird mehr im Fokus dieser Visitation stehen als die Kirchengemeinde mit ihren beiden Gemeindepfarrern Dekan Siegfried Jahn und Pfarrer Marcus Götz. Die Besuchswoche des Prälaten wurde mit einem Gottesdienst in der Blaufelder Ulrichskirche eröffnet. Stumpf wies darauf hin, dass es ihm wichtig sei, dass eine Visitation mit einem gemeinsamen Gottesdienst beginne, denn schon daraus werde deutlich, dass es um Gottes Wort gehe, und dass die Leitung der Kirche nur durch Gottes Wort und in seinem Geist geschehen könne.

Dekan Siegfried Jahn gestaltete die Liturgie des Gottesdienstes, Bezirkskantorin Stefanie Pfender und die Kantorei bereicherten den Gottesdienst musikalisch und Stumpf übernahm die Predigt und den Segen. Stumpf war sehr berührt, wie gut der vorgegebene Predigttext, die ersten vier Verse aus Philipper 2, zum Anlass der Visitation passe. Paulus stelle nämlich Visitations-Fragen und sage der Gemeinde, wie sie nach Gottes Willen leben solle: „Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, Trost der Liebe, Gemeinschaft des Geistes, herzliche Liebe und Barmherzigkeit? So macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.“ Mit einem Schmunzeln hat Stumpf den Gottesdienstbesuchern versprochen: „Wenn ich dies alles bei meinen Besuchen hier feststellen kann, dann werde ich in meinem Visitation-Bescheid schreiben: In Blaufelden ist alles gut!“ In der 2. Juli-Woche stehen für Stumpf nun die unterschiedlichsten Besuche und Gespräche an. Dekan Siegfried Jahn und Bürgermeisterin Petra Weber machen den Anfang, der Vorsitzende der Bezirkssynode, die Kirchengemeinderats-Vorsitzenden, die Evangelische Heimstiftung und die Pfarrerschaft stehen ebenso auf dem Terminplan wie Vertreter der Presse, der Erwachsenenarbeit, der Diakonie, der Diakoniestation und des Hospizvereins. Es stehen Firmenbesuche ebenso an wie ein Gespräch mit den Landwirten, dem evangelischen Bauernwerk, den Abgeordneten aus Landtag, Bundestag und dem Europaparlament. Innerhalb der Kirche wird Stumpf Gespräche führen mit dem Jugendwerk, der Bezirkskantorin, den Prädikanten und auch mit den Vertretern der katholischen Kirche und den Gemeinschaften.
Trotz dieser Vielfalt von Menschen, Institutionen und Interessen richtete Stumpf in seiner Predigt das Augenmerk besonders darauf, dass alle eines Sinnes sein sollen. Gott solle in verschiedenen Gottesdienst-Formen gelobt werden, weil wir sonst den Menschen die lebensverändernde Kraft des Evangeliums schuldig blieben. Die Gemeinden sollen eines Sinnes sein auch bei Pfarrplan-Diskussionen und anderen Veränderungen in der Kirche. Stumpf betonte, dass Einigkeit stark mache und Ungerechtigkeit und Streit die Gemeinschaft zerstöre - sowohl die Gemeinschaft in der Ehe, der Familie, der Gesellschaft oder auch der Kirche. Stumpf schloss seine Predigt mit der Überzeugung, dass jeder an seinem Platz und mit seinen Begabungen mithelfen könne Gemeinde Gottes zu bauen und mitzugestalten.
Text: Pfarrer Marcus Götz

Fotos: Reinhard Müller