Synodale führen die Gemeinde durch die Wüste ins gelobte Land

© Foto: Marcus Götz - Stefanie Teifel und Dekan Siegfried Jahn

Dekan Siegfried Jahn beglückwünscht Stefanie Teifel zu ihrer Wahl als neue Vorsitzende der Bezirkssynode.

Bericht und Foto: Marcus Götz

Schuldekan Hans-Jürgen Nonnenmann, der im März in Ruhestand geht, eröffnete am letzten Donnerstag die diesjährige Frühjahrssynode des evangelischen Kirchenbezirks Blaufelden mit einem Gottesdienst in der blaufelder Ulrichskirche. Als Predigttext wählte Nonnenmann den Wochenspruch: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht! Nonnenmann folgert daraus: „Gott redet zu unserem Herz. Und von dort hören und spüren und entdecken wir dann, was sein Wille, seine Grundausrichtung zu unseren Fragen und Entscheidungen ist.“ Der Wochenspruch nehme Bezug auf eine Begebenheit im alten Israel. Als Mose das Volk Israel durch die Wüste führte, verstockten die Israeliten ihr Herz immer wieder und zweifelten an Gottes gutem Plan. „Fundamental war auf diesem schwierigen und mit vielen Sorgen und Fragen belegten Weg das Vertrauen, dass bei allen Herausforderungen Gott es gut mit ihnen meint und sie zum neuen Leben finden werden. Fundamental war, dass ihr Herz und ihr Glaube ganz bei Gottes Zusage war. Dieses Zutrauen ging allerdings immer wieder verloren. Wassermangel trat auf und sie haderten mit Gott. Wie gut, dass Mose und die Ältesten, also die Synodalen von heute, das Vertrauen nicht verloren, sondern Gottes Stimme noch hören konnten. In Verbindung mit ihm sahen sie Handlungsmöglichkeiten und der Durst des Volkes konnte gestillt werden. Sie schlugen an der richtigen Stelle an den Felsen und frisches klares lebensspendendes Wasser floss heraus. Wunder des Glaubens und Zeichen des lebendigen Gottes!
Ich denke, das ist die Botschaft, die der Zuruf aus dem Hebräerbrief auch für uns heute und auch für Sie als Synodale formuliert: Unternehmt alles, dass das Vertrauen in Gott und seinen Leben und Überleben stiftenden Willen nicht verloren geht. Es gilt die Verheißung: Wenn ihr euer Herz öffnet und freimacht für die Stimme Gottes, dann werden sich Lösungen für die Zukunftsfragen auftun. Was können wir tun, dass die Stimme Gottes zu unserem Herzen durchdringen kann? Wie können wir mithelfen, dass sich die Herzen unserer Gemeindeglieder und auch von denjenigen, die sagen, dass sie noch nie etwas von Gottes Stimme gehört haben, öffnen können? Ich meine, es gehört dazu, dass wir uns immer wieder darauf konzentrieren und darum kümmern, dass sich das Grundvertrauen auf Gottes gute Wegbegleitung ausbilden kann. Dazu gehört, dass wir Frei-räume schaffen und herstellen, wo unser Herz zur Ruhe kommen und ohne Angst und Sorgen und andere Belastungen aufnahmefähig werden kann. Unsere Gottesdienste gehören zu solchen Frei-räumen. Als Weiteres bildet sich ein solches Grundvertrauen auch dadurch heraus und weiter, dass wir von uns und unserem Glauben authentisch Zeugnis geben. Also auf den Anderen in unterschiedlicher Weise zugehen und von uns und unserem Vertrauen erzählen. Sie als Synodale sind die Ältesten, die wie damals beim Volk Israel für das Volk nach lebendigem Wasser suchen und es dann zugänglich machen. Sie können durch Ihre Beratungen und Beschlüsse zeigen, worauf sie sich letztendlich verlassen. Sie können zeigen, dass sie Anwälte für die Menschen sind, denen das Grundvertrauen beschädigt wurde“, so Nonnenmann. Nach dem Gottesdienst tagte die Synode im evangelischen Gemeindehaus und Dekan Siegfried Jahn erklärte den neu- und wiedergewählten 56 Synodalen zuerst die Aufgaben der Bezirkssynode, bevor sich diese konstituierte: Synodale wurden in Ausschüsse gewählt, Bezirksvertreter wurden benannt und Stefanie Teifel aus Mäusberg wurde zur neuen Vorsitzenden der Synode gewählt. Die 43-Jähirge medizinische Fachangestellte ist verheiratet, Mutter von drei Kindern, seit November 2001 im Kirchengemeinderat Ettenhausen und seit April 2005 auch im Kirchenbezirksausschuss. Sie tritt nun die Nachfolge von Norbert Könninger an, der der blaufelder Bezirkssynode fast 20 Jahre vorstand.