Der Schrozberger Pfarrer Willi Heinle 1941-1978

Von 1941 bis 1978 war Willi Heinle Pfarrer in Schrozberg. Anlässlich eines Vortrages im Seniorenkreis über diese Zeit hat sein Sohn, der Stuttgarter Rechtsanwalt Ulrich Heinle, aus seiner eigenen Kindheit und Jugend erzählt - und dabei manches Wissenswerte und Heitere über seinen Vater in Erinnerung gerufen. Eine Mitschrift ist hier verlinkt - bitte hier anklicken.

 

 

Stationen aus Pfarrer Heinles Leben

 

Von 1941 bis 1978 war Willi Heinle Pfarrer in Schrozberg, 37 Jahre lang. Am 19. Februar 1941 nahm er seine Amtsgeschäfte auf. Wenige Wochen später begann der "Kindergartenstreit". Der Evangelische Kindergarten sollte ein NS-Kindergarten werden; Pfarrer Heinle hat dies erfolgreich verhindert (Näheres siehe Festschrift 100 Jahre Evang. Kindergarten Schrozberg). Im September 1941 bekam er (u. U. dafür) den Stellungsbefehl nach Rußland. Im Juni 1945 kam er aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Die Kirche, die vor allem am Dach durch Bombentreffer beschädigt war, mußte repariert werden. 1959-62 wurde sie einer mutigen und gelungenen Innenrenovierung unterzogen (siehe Kirchenführer). Bald darauf, im Jahr 1965, wurde im Pfarrhaus der Amtsbereich vom 2. OG ins EG verlegt. Ein Jahr später, 1966, starb Pfr. Heinles Ehefrau nach einem Krebsleiden, sie war keine 52 Jahre alt. 1968 wurde der Evang. Kindergarten in der Vorbachstraße neu gebaut. 1978 ging Willi Heinle in den wohlverdienten Ruhestand, den er in Gschlachtenbretzingen verbrachte. Eine detailliertere Liste von Ereignissen hat Frau Susanne Hermisson geb. Heinle anbei niedergelegt.

 

 

 

 

 

 

Einladungen zu Senioren-Weihnachtsfeiern in den 50er Jahren

 

 

 

 

 

 

Evangelisation in Schrozberg 1974

 

Pfarrer Heinle war kein alt- oder neopietistischer oder gar charismatisch geprägter Mann. Er war ein volkskirchlicher und eher liberaler Pfarrer. So war er nicht begeistert, als Kreise des AJC im Dekanat Blaufelden zusammen mit dem Methodisten-Pastor Vogel und dem Blauen Kreuz im Jahr 1974 antraten um Schrozberg zu missionieren. Im Vorfeld dieser Zeltmission in Schrozberg tat Heinle seinen Unmut kund. Das Ganze ist literarisch überliefert im TELOS-Taschenbuch Nr. 77745 "Miterlebt - Gottes Wirken in Hohenlohe." Wenn Sie hier klicken, tut sich dieses Kapitel aus der Amtszeit von Pfarrer Heinle vor Ihren Augen auf.  

 

Geschichtliches wiederholt sich ab und an. Im Frühjahr 2020 starteten die APIs unter der Ägide des 1974 schon beteiligten Hermann Stradinger eine Missionswoche in Schrozberg zusammen mit Schülern der Fackelträger - Bibelschule Schloss Klaus in Österreich. Hausbesuche wurden gemacht. An einem Tag konnte jeder, der geistliche Fragen notierte, diese zusammen mit einer Gratis-Pizza beantwortet bekommen. Der volkskirchliche Ortspfarrer war wiederum nicht sonderlich angetan; es gab jedoch zwischen APIs und der Kirchengemeinde diesmal ein durchaus gedeihlicheres Miteinander. Ein schöner Abschlussgottesdienst zum Beschluss der Missionswoche wurde am 16. Februar 2020 würdig und recht gemeinsam gefeiert.