Epitaphien und Gedenktafel

Epitaph Burkhard Reze von Bächlingen

Mitglieder der Familie der Rezen tauchen zunächst als Verwalter der „Burg auf dem Langen Berg“ auf.
Sie verlegten ihren Sitz bald nach Bächlingen. Mehrfach treten Rezen in bedeutenden geistlichen Ämtern in Erscheinung. So auch einer der Söhne des auf dem Gedenkstein dargestellten, 1320 verstorbenen Ritters Burkhard. Sohn Rüdiger wurde wahrscheinlich für die Bächlinger Kirche in besonderer Weise prägend. In dessen Amtszeit als Scholaster (Ausbilder) im Stift Neumünster in Würzburg, zu dessen Bistum Bächlingen seinerzeit gehörte, fällt die Gewährung eines Ablasses für die Bächlinger Kirche durch den damaligen Papst und 12 Bischöfe,
„gegeben zu Avignon, den 18. November 1335, im ersten Jahr des Papstes Benedikt XII.“
Wenig später entstanden die Chorbilder, und auch das kunstvoll in Sandstein gearbeitete Epitaph wurde in dieser Zeit gefertigt...

Die Bächlinger Rezen dürften auch in dem unter der Sakristei und Chor befindlichen Karner (Beinhaus), dessen ehemaliger Eingang noch an der Außenmauer der Sakristei erkennbar ist, bestattet worden sein.

 

 

Gedenktafel für Georg Renner

Dass dieses Kunstwerk seinen Platz in Bächlingen gefunden hat, dürfte Renners Enkel Ludwig Casimir zu verdanken sein. Letzterer nämlich hatte von 1616 bis 1619 das Pfarramt in Bächlingen inne.

Die Gedenktafel als Holz erinnert an den Langenburger Schultheißen Georg Renner und beschreibt seinen frommen Lebenswandel.
Der Schultheiß Georg Renner versah sein Amt in Langenburg 34 Jahre lang und ist 1585 dort verstorben.
Unter dem Auferstehungsbild ist die Familie Renners abgebildet. Mit Totenköpfen vor den jeweiligen Personen informiert der Maler, wer bereits verstorben war, als dieses Bild entstand.

Zu Georg Renners Nachfahren gehörten bedeutende Pfarrer und Beamte in der Grafschaft Hohenlohe.

 

 

Epitaph Melchior Brenner

Merkwürdig mutet an, dass in der Bächlinger Kirche auch ein Gedenkstein für einen Rot-gerber aufgestellt wurde. Da das Jahr seines Todes nur unvollständig eingraviert ist, ist davon auszugehen, dass das Epitaph schon zu Lebzeiten Melchior Brenners, von ihm selbst in Auftrag gegeben wurde. Das Sterbe-Register gibt Aufschluss: er verstarb am 16. Mai 1663, „zu Nesselbach im Wirthshauß“.

Der Rotgerber muss eine schillernde Persönlichkeit gewesen sein.
Der damalige Pfarrer rügte, dass Brenner kaum in die Gottesdienste kam. Dieser begründete das damit, dass er [wegen seines Gewerbes] „auf die Märkte müsse“.

Seine Familie musste nach seinem Tod eine hohe Strafe zahlen, weil Melchior seine Abgaben nicht ordnungsgemäß geleistet, umfangreiche Vermögenswerte nicht angegeben hatte. Einen Teil seines Vermögens hatte er z. B. auch beim Pfarrer „angelegt“. Als dies herauskam gab er an, dieses Geld sei für eine gute Ausbildung seines jüngsten Sohnes vorsorglich dem Pfarrer übergeben worden.