Die Wand - und Deckengemälde

Wand- und Deckengemälde

Foto: Bernd Kunz

"Lebenslauf" der Bilder

1350 / 1360 "geboren"
1580 übermalt
1914 wieder freigelegt
1956 und 1979 restauriert und "gesichert"
2005 - 2009 gründlich untersucht und im Rahmen einer einjährigen Diplomarbeit in Koperation mit der Uni Dresden Restaurierungskonzept erstellt
2009 - 2011 restauriert ( Sicherung, Reinigung, Retuschen)

Restaurierungen

Nach Restaurierungen in den Jahren 1954 und 1979, in deren Zuge die Bilder mit einer „Schutzschicht“ aus Kasein überzogen wurden, waren die Chorbilder jedoch akut gefähr-det, wie das Landesdenkmalamt in einem Gutachten 2005 feststellte. Eben dieser Kasein-Überzug löste die alten Farben vom Untergrund ab und drohte, sie allmählich als Staub zu Boden rieseln zu lassen. Das wollte die Bächlinger Kirchengemeinde unbedingt verhindern. In einer groß angelegten Untersuchung wurde ein Restaurierungskonzept erarbeitet und in 2-jähriger Arbeit wurden die Malereien danach von einem ausgesuchten Team nach neuesten Methoden restauriert. Im Sommer 2011 konnte die geglückte Rettung mit der Wiedereinweihung gefeiert werden.

Datierung und Bedeutung

Die Kunsthistorikerin Helga Steiger hat in ihrer Magisterarbeit über die Bächlinger Chorbilder deren Entstehungszeit auf die Jahre 1350 – 1360 eingrenzen können.
Seinerzeit war es durchaus üblich, Kirchen, auch Dorfkirchen, farbenfreudig auszumalen.
Trotzdem sind aus dieser Epoche nur noch wenige Bemalungen, oft nur in kleinen Bruchstücken, bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Die Bächlinger Bilder sind auf Grund ihres Erhaltungszustands schon deshalb von herausragender Bedeutung. Hinzu kommt, dass in Bächlingen mehrfach von damals üblichen Darstellungsweisen abgewichen wurde. Lt. Steiger wurde offensichtlich ein speziell auf diesen Chorraum abgestimmtes theologisches Konzept für den Bilderzyklus entworfen. So ist zum Beispiel die Darstellung der 4 Evangelisten mit ihren zugeordneten Symbolen und der gleichzeitigen Zuordnung von Grundereignissen der Heilsgeschichte Jesu, am Deckengewölbe zwischen den Kreuzrippen gruppiert, in dieser Form einmalig.