Gemeinden sind zusammengerückt

© Foto: Harald Zigan

Ein Seelsorger für die drei Dörfer Hausen am Bach, Gammesfeld und Buch in der Landwehr: Pfarrer Norbert Seibold mit einer Kirchenordnung der Ansbacher Markgrafen aus dem Jahr 1753.

Die Protestanten aus Hausen am Bach, Gammesfeld und Buch bilden ab Januar ganz offiziell eine neue Kirchengemeinde. Die Zusammenlegung konnte in zehn Jahren heranreifen.
Die schmerzlichsten Personal-Entscheidungen, die von der evangelischen Landeskirche zu treffen sind, kommen unter dem recht harmlos klingenden Begriff „Pfarrplan“ daher – was nichts anderes als die Zusammenlegung von Kirchengemeinden bedeutet.
In Hohenlohe machen sich Kirchenaustritte, der demografische Wandel und der Schwund an Theologie-Studenten ebenfalls bemerkbar.
Auch die Protestanten aus Gammesfeld (mit 402 Seelen), Hausen am Bach (246) und aus Buch (60) bilden ganz offiziell ab 1. Januar die neue evangelische Kirchengemeinde Gammesfeld-Hausen am Bach-Buch.
Die Fusion kam freilich nicht aus heiterem Himmel: Als Pfarrer Norbert Seibold vor zehn Jahren seinen Dienst in Hausen am Bach antrat, war damals schon klar, dass die Pfarrstelle im benachbarten Gammesfeld nicht mehr besetzt wird.
In Buch, das rein rechtlich ebenfalls eine eigene, wenn auch winzige Kirchengemeinde bildet, stellte sich die örtliche Seelsorger-Frage nicht: Schon seit 1811 sind dort die Pfarrer aus Hausen am Bach zuständig.
Fusion bietet auch Chancen Fusionen wecken ganz selbstverständlich Verlustängste: Wie geht es weiter, wenn ein Dorf wie Gammesfeld nach Jahrhunderten keinen eigenen Pfarrer mehr besitzt, wie wird die künftige Seelsorge-Arbeit gewichtet?
Pfarrer Norbert Seibold kann solche Bedenken gut nachvollziehen. Weil die drei Kirchengemeinden aber zehn Jahre Zeit hatten, einen gemeinsamen Weg zu gehen, zieht der Seelsorger eine positive Bilanz: „Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist in dieser Zeit stark gewachsen, die Gemeinden „sind zusammengerückt.“
Außerhalb der Gottesdienste, die sonntags und auch an hohen Feiertagen zu wechselnden Zeiten sowohl in Gammesfeld als auch in Hausen am Bach sowie zuweilen in Buch abgehalten werden, gibt es viele gemeinsame „Dächer“, wie zum Beispiel den Weltgebetstag der Frauen, der ohnehin schon von Beginn an eine gemeinsame Sache war. Verbindende Elemente sind etwa auch Kinderbibeltage, Erntebittstunden oder gemeinsame Ausflüge der Senioren.
Die Zusammenlegung der drei Gemeinden „bietet zudem die Chance, der Seelsorge zum Beispiel in der Jugend- und Seniorenarbeit mehr Raum und Zeit zu geben, wenn die Verwaltung auch für die neue Kirchenpflegerin Gaby Guttropf aus Gammesfeld spürbar vereinfacht wird“, sagt Norbert Seibold, der neben seinem Pfarramt noch sechs Wochenstunden Religion an der Realschule in Blaufelden unterrichtet.
Was die neue Kirchengemeinde ebenfalls verbindet: An allen drei Gotteshäusern nagte kräftig der Zahn der Zeit. In Gammesfeld ist die Sanierung des Daches und des Turms zum Kostenpunkt von rund 500 000 Euro abgeschlossen, 2017 folgt die Innenrenovierung für rund 300 000 Euro. In Hausen am Bach muss der marode Kirchturm für rund 400 000 Euro saniert werden und auch in Buch sind diverse Arbeiten notwendig.

Harald Zigan - mit freundlicher Genehmigung des Hohenloher Tagblattes 
 
    

Ev. Kirchengemeinde Gammesfeld-Hausen-Buch gegründet

Bericht Hohenloher Tagblatt vom 11.02.2017

Gemeinden sind zusammengerückt

Bericht Hohenloher Tagblatt vom 19.12.2016