Was ist die Konfirmation?

Die Konfirmation und die Kindertaufe gehören ganz eng zusammen. Bei der Kindertaufe sagen die Eltern und Paten stellvertretend ihr JA für den Täufling. Sie sagen, dass sie wollen, dass ihr Kind getauft wird, und sie versprechen, dass sie bereit sind, das Ihre dazu beizutragen, dass ihr Kind als Glied der Gemeinde Jesu Christi erzogen wird. Der Konfirmandenunterricht ist nachgeholter Taufunterricht und confirmare heißt bestätigen, bekräftigen. Bei der Konfirmation bestätigen und bekräftigen die Konfirmanden das JA ihrer Eltern und Paten von damals - vor knapp 14 Jahren - am Taufstein. Das Versprechen der Eltern und Paten am Taufstein hat somit an der Konfirmation sein Ziel erreicht. So ist auch einleuchtend, warum nur konfirmiert werden kann, wer als kleines Kind getauft wurde. Wenn es kein fremdes JA am Taufstein gegeben hat, dann kann auch keines bestätigt werden. Die ungetauften Konfirmanden werden deshalb im Konfirmationsgottesdienst nicht konfirmiert sondern getauft und der Konfirmandenunterricht war für sie dann Taufunterricht, wie es in der ersten Gemeinde üblich war. Bei der Konfirmation sprechen die Konfirmanden also ihr JA zu ihrer Taufe und bestätigen und bekräftigen damit auch ihren Glauben. Manche nennen die Konfirmation auch eine Tauferneuerung - eine Tauferinnerung ist sie allemal.

 

Mit 14 Jahren ist man bei uns religionsmündig und wird von der Kirche wie ein Erwachsener behandelt. Die Taufe im Konfirmationsgottesdienst ist somit keine Kindertaufe mehr sondern eine Erwachsenentaufe und bei einer Erwachsenentaufe braucht es dann nicht mehr das „fremde JA“ der Eltern und Paten, sondern der Täufling gibt selber sein JA. Da das eigene JA nicht auch noch bestätigt werden muss, entfällt die Konfirmation auch bei all jenen, die sich später als Erwachsene taufen lassen. Mit der Konfirmation schließt sich somit der Kreis, der mit der Kindertaufe angefangen hat. Wenn in Gesprächen die Kindertaufe und die Erwachsenentaufe einander gegenübergestellt werden, ist es mir immer wichtig darauf hinzuweisen, dass wir in der Landeskirche „die Kindertaufe in Verbindung mit der Konfirmation“ praktizieren. Kindertaufe und Konfirmation zusammen unterscheiden sich meines Erachtens kaum von einer Erwachsenentaufe.

 

Doch lesen Sie auch, was Wikipedia über die Konfirmation schreibt:
„Die Konfirmation wird im Rahmen eines Festgottesdienstes vollzogen, in dem die Konfirmanden ihren Glauben öffentlich bekräftigen sollen. Damit wird an ihre Taufe als Kind angeknüpft, bei der Eltern und Paten stellvertretend für sie den Glauben bekannt haben. In einigen Kirchen geschieht das durch das Sprechen des apostolischen Glaubensbekenntnisses, in anderen wird kein spezifisches Bekenntnis verlangt, sondern die Teilnahme an der öffentlichen Feier gilt als öffentliche Bekräftigung des Glaubens. Die Konfirmanden empfangen den Segen durch Handauflegung sowie einen biblischen Konfirmationsspruch, der sie weiter durch ihr Leben begleiten soll. Danach (heute oft auch am Vorabend oder zu einem anderen geeigneten Zeitpunkt) nehmen sie häufig zum ersten Mal am Abendmahl teil. Seit in einigen evangelischen Landeskirchen das Kinderabendmahl eingeführt wurde, verliert diese Zulassung zum Abendmahl jedoch zunehmend an Bedeutung. Das eigene „Ja“ zum Glauben gewinnt dafür an Gewicht.


Die Konfirmation ist gewöhnlich mit einem Familienfest und Geschenken verbunden. Die Geschenke waren traditionell am Übertritt ins Erwachsenenleben orientiert. So wurde regelmäßig die erste Armbanduhr oder Aussteuer an den Konfirmanden geschenkt. In früheren Jahrhunderten – etwa in der Barockzeit – wurde den Konfirmanden anlässlich ihres Ehrentages oft eine besonders aufwändig gestaltete Bibel mit Namens- und Jahresprägung als Erinnerung geschenkt. So finden sich Exemplare von Konfirmationsbibeln aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die ein handliches Format und eine edle Gestaltung mit schwarzem Ledereinband und ziseliertem Goldschnitt auf allen drei Buchschnittseiten aufweisen.Wurde eine Konfirmandenbibel auch verbunden mit dem Wunsch verschenkt, dass der Beschenkte diese zur Bibellektüre verwenden möge, so zeigt der fast makellose Erhaltungszustand mancher barocker Konfirmationsbibeln in historischen Bibliotheken, dass diese wenig bis gar nicht benutzt wurden (was übrigens auch oft für historische Traubibeln gilt). Daneben lassen sich auch Exemplare finden, die belegen, dass der Konfirmand seine Bibel als Begleiter durch sein ganzes Leben verwendet hat, etwa wenn starke Gebrauchsspuren und handschriftliche biographische Einträge zu finden sind. Traditionell trugen Konfirmanden festliche schwarze Kleidung.


In den deutschen Landeskirchen findet die Konfirmation üblicherweise im Alter von 14 Jahren statt. Der ursprüngliche Grund lag darin, dass die meisten Volksschüler mit der 8. Klasse an Ostern ihre Schulzeit beendeten und vielfach von zuhause weggingen. Auch nach der Verlängerung der Schulzeit und der Verlegung des Schuljahresendes auf den Sommer wurde das Konfirmationsalter beibehalten. Das Alter wurde beibehalten, weil Jugendliche in Deutschland seit der Weimarer Republik mit Vollendung des 14. Lebensjahres religionsmündig sind und nun selbst über ihre Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft entscheiden und bestimmen können.“
(Marcus Götz)