Welcome in Blaufelden

Im ehemaligen evangelischen Kindergarten soll ein inklusives Begegnungsangebot entstehen, das offen ist für alle: Verkaufsladen, Café und Werkstatt.

Bild: Jens Sitarek

In Gaildorf heißt es „Diakonie lädle“, in Schwäbisch Hall „Brenzlädle“, in Langenburg „Brauchbar“ und in Gera bronn „Offenbar“ – und jetzt wird in Blaufelden im ehemaligen evangelischen Kindergarten in der Rothenburger Straße Platz für ein Begegnungsangebot geschaffen, ein inklusives noch dazu. Und der Name steht auch schon fest: „Welcome“.
Auf ein baldiges Welcome im „Welcome“ – mit diesen Worten beendeten Vera Gropper vom Diakonieverband Schwäbisch Hall in Blaufelden und Siegfried Jahn, Dekan des evangelischen Kirchenbezirks Blaufelden, ihre Präsentation in der Gemeinderatssitzung am Montag. Das „Welcome“ sei „das jüngste Kind, das wir miteinander bewegen“, so sagte es Jahn. Es sei offen für alle, auch für „nicht kirchlich gebundene Menschen“. Eröffnung könnte im Spätsommer oder Herbst sein, wie Gropper gestern am Telefon sagte.
Zum Trägerkreis gehören die evangelische und die katholische Kirchengemeinde in Blaufelden sowie die Kommune. Der Diakonieverband fungiert als Kooperationspartner. Blaufeldens Bürgermeisterin Petra Weber findet „eine offene Geschichte wichtig“ und dass die Einrichtung „nicht nur kirchlicher Natur“ ist. „Wir wollen diesen Laden nicht betreiben“, gibt sie zu verstehen. Die Unterstützung der Gemeinde könnte beispielsweise so aussehen, dass sie sechs Stunden Reinigung pro Monat übernimmt. So ein Modell wird in Gerabronn praktiziert.
Das inklusive Begegnungsangebot in zwei Räumen des Erdgeschosses sieht so aus: ein Laden mit Klein- und Haushaltswaren und Kleidung sowie eine Fahrrad- und Reparaturwerkstatt. Zudem ist ein kleines Café vorgesehen. Die Waren sollen über Spenden reinkommen, verkauft wird zu einem möglichst geringen Preis, wie es heißt.
Am Anfang ist geplant, das „Welcome“ zweimal in der Woche für zwei bis drei Stunden zu öffnen. Die Zeiten sind natürlich erweiterbar, sie hängen davon ab, wie viele Ehrenamtliche mitmachen. Laut Gropper hätte sich schon eine kleine zweistellige Zahl an Interessenten gemeldet. Die Ehrenamtlichen bilden dann den sogenannten Steuerkreis.
Anfangs zweimal pro Woche auf
Um die Renovierung der zwei Räume voranzubringen, wie Jahn das formulierte, sind 25 000 Euro vorgesehen, für „Sachkosten in der Aufbauphase“ geschätzte 10 000 Euro. Die Planung sieht auch einen behindertengerechten Zugang mit einer Rampe vor, die es auch Eltern mit Kinderwagen einfacher macht, ins Gebäude zu gelangen.
Am Ende hängt der Erfolg des Angebots auch davon ab, wie viele Leute kommen. Die „Offenbar“ in Gerabronn gibt es seit sechs einhalb Jahren. Sie wird gut angenommen, Leiterin Gertrud Gronbach spricht aber von einer „ganz langen Anlaufzeit“. Eine Vermutung dafür hat sie auch. „Die Hemmschwelle ist groß, unter der Woche irgendwo hinzugehen“, sagt Gronbach. „Wir sind ja auf dem Land.“

Text: Jens Sitarek - mit freundlicher Genehmigung des Hohenloher Tagblattes