Von Gemeindefusionen geprägt

Bei der Bezirkssynode des evangelischen Kirchenbezirks Blaufelden in Schrozberg bilanziert Dekan Siegfried Jahn die Entwicklung in den Gemeinden.
Pfarrer Jürgen Bobzin (links im Bild) von der Kirchengemeinde Amlishagen und Michelbach/Heide wechselt noch im April die Stelle. Dekan Siegfried Jahn (rechts) verabschiedete ihn bei der Bezirkssynode.

Die Bezirkssynode des evangelischen Kirchenbezirks Blaufelden tagte kürzlich in Schrozberg. Neben einem Bericht von Dekan Siegfried Jahn (151 kB) standen Personalien bei der Sitzung des Kirchenparlaments im Mittelpunkt.
Siegfried Jahn nahm Bezug auf die Jahreslosung „Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben“. Der Dekan sagte: „Wenn ich auf die Tage unserer Zeit blicke, scheint mir diese Ermutigung dringend und notwendig zu sein: Herz und Geist können manchmal gewaltig schwächeln. Es versteht sich nicht von selbst, dass wir mit herzlicher Beseeltheit und frischem Geist ans Werk gehen. Manchmal sehnen wir uns nach Erfolgen, die sich trotz harter Arbeit nicht einstellen wollen. Vergleiche mit anderen Gemeinden oder Kirchen erzeugen Fragen, Zweifel und manchmal auch Mutlosigkeiten. Hat Gott uns abgeschrieben?“.
Immer wieder habe es depressive Phasen in der Geschichte des Volk Gottes gegeben. Aber Gott habe sein Volk nie verlassen, auch und gerade nicht in solchen Zeiten. Das Reformationsjubiläum sollte zum Anlass dafür genommen werden, „über die Geschichte unserer Kirche dankbar zu werden.“ So habe es die biblische Tradition immer wieder gemacht: Wenn es in der Gegenwart zu Bedrängnissen kam, habe man sich mit einem Gott getröstet, der seinem Volk in der Vergangenheit immer wieder Herz und Geist erneuert hat: „Was nicht in uns ist, kann auch nicht nach außen dringen.“
Die zahlreichen und ideenreichen Gottesdienste und Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum „sind nicht aktivistische Belege unserer Vitalität: Ich wünsche mir, dass die geplanten Veranstaltungen uns immer wieder auf die Gaben hinweisen, die die Reformatoren in den Vordergrund gestellt haben: die Schrift, den Glauben, die Gnade und letztlich den, der bei allem in der Mitte steht: Christus. Ich hoffe und wünsche mir, dass diese Veranstaltungen möglichst viele Menschen erreichen und auch Gemeindeglieder der einen Gemeinde mit denen der anderen zusammenbringt.“
Erstaunlich sei es, was im Berichtsjahr 2016 – noch ohne die Reformationsveranstaltungen im Jahr 2017 – von den Kirchengemeinden in puncto Erwachsenenbildung geleistet wurde: 42 Veranstaltungen und 1046 Besucher. Im Kirchenbezirk Blaufelden wird die Erwachsenenbildung stark von den Kirchengemeinden mitgetragen.
Zum 1. Januar 2017 gab es in zehn Kirchengemeinden weitreichende strukturelle Veränderungen. Durch die Veränderungsprozesse der Pfarr-Pläne haben vor einigen Jahren sechs dieser Gemeinden die Gründung zweier Gesamtkirchengemeinden herbeigeführt und haben diese nun in einem weiteren Schritt zu einer Fusion weitergeschrieben.
So sind nun die früheren Kirchengemeinden Langenburg, Bächlingen und Unterregenbach sowie Gammesfeld, Hausen am Bach und Buch jeweils eine Kirchengemeinde geworden. Und ebenfalls zum 1. Januar 2017 haben sich die bisher selbstständigen Kirchengemeinden Dünsbach, Michelbach/Heide, Amlishagen und Gerabronn zu einer Gesamtkirchengemeinde mit zwei Pfarrämtern Gerabronn Stadt und Gerabronn Land (Dünsbach, Michelbach, Amlishagen) zusammengetan. Ruppertshofen hat sich nach über 50 Jahren von Dünsbach getrennt und hat zum Kirchenbezirk Schwäbisch Hall gewechselt. Die Pfarrer Stefan Brender (Wallhausen), Simon Englert (Gerabronn) und Markus Hammer (Hengstfeld) wurden im letzten Jahr alle in den ständigen Dienst übernommen und bleiben ihren Gemeinden erhalten. Dazu Dekan Jahn: „Uns freut das besonders, weil Besetzungen in unserer Region nicht einfach von der Hand gehen. Von insgesamt zehn Besetzungen, die in meiner Amtszeit als Dekan durchgeführt wurden, sind nur drei auf dem üblichen Weg der Bewerbung besetzt worden. In allen anderen Fällen kam die Besetzung nur durch Mithilfe des Oberkirchenrates zustande.“
Das Personaldezernat habe einen „wohlwollenden Blick“ auf die ländlichen Gebiete. Wäre das nicht so, „müssten wir immer wieder ,Land unter’ melden“, sagte der Dekan.
Mit Samuel Rentschler hat der Kirchenbezirk zum 1. Juni wieder einen Jugendreferenten. Er ist verheiratet, Vater einer Tochter, hat seine Ausbildung mit dem Bachelor Theologie am Theologischen Seminar der Liebenzeller Mission abgeschlossen, ist Diakon der evangelischen Landeskirche und derzeit als Jugendreferent im Kirchenbezirk Künzelsau und für die Kirchengemeinde Ingelfingen tätig.
Zum Schluss dankte Dekan Siegfried Jahn allen Gemeindegliedern der Landeskirche und allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kirchenbezirk Blaufelden: „Ich bin in meinen Gebeten dankbar für jede und jeden, den Gott uns schenkt“ und „Herz und Geist in unsere Arbeit einbringt“.
Text und Bild: Pfarrer Marcus Götz