Drei evangelische Religionslehrerinnen berufen

Schuldekan Hans-Jürgen Nonnenmann aus Crailsheim hat im Gemeindegottesdienst in Blaufelden drei junge Lehrerinnen die Vocatio erteilt und sie somit zum evangelischen Religionsunterricht beauftragt und bevollmächtigt. Beauftragt wurden Martina Leister, die an der Kaspar-Mettmann-Schule in Stimpfach unterrichtet; Simone Egert von der Grundschule Langenburg und Katrin Krohs von der Grund- und Werkrealschule Gerabronn.

Schuldekan Nonnenmann, Martina Leister, Katrin Krohs, Simone Egert, Dekan Jahn (vlnr)

Nonnenmann, der als Schuldekan den Kirchenbezirken Blaufelden, Crailsheim und Weikersheim vorsteht, erklärte, dass die Vocatio sowohl Bevollmächtigung zum besonderen Dienst als Religionslehrerin, als auch Vereinbarung und gegenseitige Verpflichtung ist. Die Lehrerinnen dürfen sich mutig und getrost dem Unterrichten im Auftrag der Landeskirche und gemäß dem Bildungsplan für evangelischen Religionsunterricht  widmen und die Landeskirche darf davon ausgehen, dass das Unterrichten „im Aufsehen auf Jesus Christus auf dem Grund des Evangeliums nach der Ordnung der Landeskirche geschieht und darauf geachtet wird, dass falscher Lehre, der Unordnung und dem Ärgernis in der Kirche gewehrt werde.“ (so die Verpflichtungserklärung)

In seiner Predigt an diesem Sonntag des guten Hirten malte der blaufelder Dekan Siegfried Jahn die umfassende Weite des Bildes vom guten Hirten vor Augen: „Ein Hirte ist nicht einfach nur der Beherrscher seiner Tiere. Er übernimmt vor allem die Fürsorge für die ihm anvertraute Herde. Ein Hirte zwängt nicht nur alle in seinen Pferch hinein. Er führt zu einer festen Herde zusammen. Ein Hirte steht nicht einfach nur herum und wartet ab. Er ist ein aktiver Hüter, der mit wachen Augen seine Herde beobachtet und der - wenn‘s drauf ankommt - auch sein Leben für seine Tiere aufs Spiel setzt“, so Jahn. Jahn wies auch darauf hin, dass Pfarrerinnen und Pfarrer, Lehrerinnen und Lehrer und viele andere ein Amt haben. Sie seien Be-Amte, und in Bezug auf Lehrerinnen und Lehrer sprächen wir deshalb zu Recht auch vom Lehr-Amt. Ämter seien deshalb besondere Beauftragungen, weil sie sich von vorneherein um ganz persönliche Betroffenheiten und Bedürfnisse anderer Menschen kümmerten. Das koste gewiss viel Kraft und ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, denn man müsse sich einerseits in die Situationen anderer Menschen so hineinversetzen, als wäre es meine eigenen. Und man dürfe andererseits aber auch das große Ganze nicht aus dem Blick verlieren, denn was der Einzelne begehre, müsse auch anderen gegenüber gerecht und stimmig sein. Es brauche ein feines Gespür für das, was dem anderen auf dem Herzen liegt. Manchmal haben wir für schwierige Situationen gar nicht die rechten Lösungen bereit: aber schon das Zuhören, das vertrauliche Mitwissen ist eine Quelle der Kraft in Situationen, wo junge und alte Menschen manchmal schlimme und schlimmste Lebenserfahrungen zu erleiden haben.
Wer ein Amt habe, dürfe aber auch ein von Gott getragener Träger sein. Wer seinen Platz in der Herde Gottes gefunden habe, könne sich mutig einlassen auf die oft mühevolle Suche nach den Schafen in der Zerstreuung. „Wer selber ganz bei Gott ist, der kann den Menschen auch ein Mensch sein.“ Den Religionslehrerinnen wünschte Jahn, dass Sie an sich selbst spüren, wie Gott ihnen dient, gerade dadurch, dass Jesus vom Tod auferweckt wurde und dass unser Herr lebt. Der Tod hat seine Grenze gefunden am Leben, das Gott wirkt. Das müssen wir den Menschen weitersagen! Seine guten Wünsche fasste Jahn zusammen in der Liedstrophe „Flöße frühe unserer Jugend / zu der Wissenschaft und Tugend - auch noch dein‘ Erkenntnis ein; / gib ihr Leben, nicht nur Wissen, / und behütet vor Ärgernissen / die, so um die Kinder sein“ (EG 591,4). Nach Überreichung der Urkunden schenkte Nonnenmann den Lehrerinnen eine Erzählbibel als kleines Handwerkszeug.
Text und Bild: Marcus Götz