Pfarrerin Elke Hahn verabschiedet

In der vollbesetzten St. Michaels-Kirche in Michelbach an der Lücke haben am Pfingstsonntag die Kirchengemeinden Reubach, Kleinansbach und Michelbach von ihrer Pfarrerin Elke Hahn Abschied genommen.

Elke Hahn bei der Verabschiedung vor der Michelbacher Kirche

Elke Hahn, die im Kochertal aufgewachsen ist und früher im Kirchenbezirk Crailsheim tätig war, hatte diese Pfarrstelle 12 Jahre inne. Schon seit 200 Jahren haben diese drei Gemeinden immer einen gemeinsamen Pfarrer gehabt und seit den 70er-Jahren sind sie eine Gesamtkirchengemeinde im Kirchenbezirk Blaufelden gewesen. Der Abschied von Hahn war auch deshalb besonders schmerzlich, weil aufgrund des Pfarrplans, der bis 2018 umgesetzt sein muss, die Pfarrstelle nicht wiederbesetzt wird. In Hahns Pfarrhaus in Reubach wird nach ihrem Auszug kein Pfarrer mehr einziehen, das Pfarramt in Reubach wird aufgelöst und die Kirchengemeinden Reubach und Kleinansbach werden in Zukunft vom Pfarramt Brettheim mitversorgt – die Kirchengemeinde Michelbach/Lücke vom Pfarramt Hengstfeld. Hahn wurde auf die Pfarrstelle Neubulach II im Dekanat Calw gewählt und wird demnächst dort ihren Dienst antreten. Das Zitat „Verunsicherung steht am Anfang von Veränderung“ war das Thema ihrer Predigt, das sie auf die Situation der Jünger Jesu nach Himmelfahrt und Pfingsten bezogen hat: Der Herr und Meister war nun nicht mehr in der Art und Weise da, wie es die Jünger bisher immer gewohnt waren und doch sollten sie seine Zeugen sein bis an das Ende der Erde. Vom heiligen Geist erfüllt standen die Jünger an Pfingsten nun vor diesem Auftrag und diesem neuen Anfang. Hahn hat sowohl ihre eigene Situation als auch die der Gemeinden, die sie nun zurücklässt, mit diesem Bibelwort verwoben. Ihre Enttäuschung über die Pfarrpläne war ebenso zu spüren, wie ihr festes Vertrauen, dass Gott seine Gemeinde - und auch diese drei Gemeinden - nicht alleine lässt, sondern sie mit seinem Heiligen Geist erfüllen und geleiten wird. Auch bei den neuen Anfängen, die ihnen jetzt bevorstehen. Die Gottesdienstbesucher hat Hahn vergewissert, dass sie Gott bei allen neuen Anfängen nicht alleine lasse, sondern mitgehe auch wenn die Verunsicherung noch so groß sei. Nach dem Gottesdienst waren alle zu Kaffee und Kuchen in den Festsaal eingeladen, wo Wallhausens Bürgermeisterin Rita Behr-Martin das erste Grußwort gesprochen hat. Sehr herzlich und persönlich dankte sie Hahn für die gute Zusammenarbeit und hob anerkennend hervor, dass Hahn mit großem Gottvertrauen und klaren Positionen gewirkt hat, und dass ihr die weltweite Verkündigung des Evangeliums und die Seelsorge ein Herzensanliegen ist. Für die nun anstehende Veränderung vergewisserte sie Hahn mit dem Psalmwort: „Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ Da Hahn auch Vorsitzende des Hospizvereins Blaufelden und des Fördervereins Synagoge Michelbach e.V. war folgten auf den Dank von Dekan Siegfried Jahn noch einige Grußworte, die vor allem auch Hahns Humor und ihre fröhliche Art immer wieder dankbar erwähnten.

Text und Bilder: Marcus Götz