Gnade! - Womit habe ich das verdient?

Der diesjährige Bezirksmännergottesdienst des evangelischen Kirchenbezirks Blaufelden fand in Michelbach/Lücke statt.

Bezirksmännerpfarrer Norbert Seibold führte durch den Gottesdienst, das Mitarbeiterteam gestaltete ein Anspiel und der Landesmännerpfarrer Jürgen Schwarz aus Stuttgart hat die Predigt gehalten. In der gutbesuchten Kirche in Michelbach, in der nicht nur aber auch sehr viele Männer waren, beleuchtete Schwarz den Begriff der Gnade: „Lieben ist schön, aber Geliebtwerden ist schöner. Vergeben ist schön, aber Vergebung erfahren ist schöner.“ Den Männern, die sich in unserer Gesellschaft meist über ihre Arbeit, Leistung und Erfolg definieren, wurde mit dem reformatorischen Begriff der Gnade vor Augen gemalt, dass man sich das Entscheidende des Lebens nur schenken lassen kann. Gnade ist die Menschenfreundlichkeit und Liebe Gottes, die er jedem ohne Ansehen seiner Person und seiner Leistung zuteilwerden lässt. Schwarz wies darauf hin, dass wir sowohl in den biblischen Geschichten als auch in der Person Jesu der Gnade und Menschenfreundlichkeit Gottes begegnen. Im Nachgespräch im Gemeindehaus nach dem Gottesdienst erläuterte Schwarz auch den Unterschied zwischen dem hebräischen Menschen zur Zeit des Alten Testaments und dem modernen, aufgeklärten Menschen heute. Heute schaut der Mensch im Leben nach vorn in seine ungewisse Zukunft, wie ein Spaziergänger auf seinen Weg. Der Hebräer früher schaute wie ein Ruderer zurück, auf den Weg den Gott mit ihm bereits gegangen ist. Der heutige Mensch schaut nach vorn und fragt was er tun will, der Hebräer schaut zurück und bedenkt dankbar, was Gott ihm schon alles getan hat. Mit diesen beiden Bildern forderte Schwarz seine Zuhörer heraus, wohin sie ihren Blick richten wollen. Schwarz lud dazu ein, auch im eigenen Leben darauf zurückzublicken, was Gott uns in seiner Gnade schon alles geschenkt hat. Im Bewusstsein der Gnade Gottes, die uns schon so vielfältig widerfahren ist, und in der Dankbarkeit darüber werden wir die Herausforderungen der Zukunft ganz anders bestehen können.

Text und Foto: Marcus Götz
Bezirksmännerpfarrer Norbert Seibold (links) und Landesmännerpfarrer Jürgen Schwarz (rechts) blicken voller Zuversicht in die Evangelische Männerarbeit.