Evangelische Kirchengemeinde Gammesfeld-Hausen-Buch gegründet

Am 12. Februar haben die bis dahin eigenständigen evangelischen Kirchengemeinden Gammesfeld, Hausen am Bach und Buch ihre im Januar vollzogene Fusion mit einem Fest-Gottesdienst in der vollbesetzten Landwehrhalle in Gammesfeld gefeiert.

Begonnen hat der Posaunenchor, dessen Bläser aus allen drei früheren Gemeinden kommen. Begrüßt hat Markus Klein, der gewählte Vorsitzende der neugegründeten Kirchengemeinde, bevor die Kinderkirchen alle zusammen den kirchlichen Gassenhauer „Bärenstark“ gesungen haben. Als eine Art Leitspruch für die Fusion sangen der Frauenchor Gammesfeld und der Kirchenchor Hausen am Bach „Lasst uns danken statt zu klagen“. Mit einem eigenen Gedicht auf hohenlohisch berichtete die bisherige Vorsitzende des Gammesfelder Kirchengemeinderates, Ilse Grüb, heiter, tiefsinnig und dankbar über die lange und nicht immer einfache Vorgeschichte der Fusion. Sie endete, wie alle Redner an diesem Tag, mit großer Wertschätzung für und herzlichem Dank an Pfarrer Norbert Seibold, der diesen Weg nun zehn Jahre begleitet hat und ohne welchen die Fusion vielleicht nicht zu Stande gekommen wäre. Vor der Predigt sang die Festgemeinde noch ein von Seibold getextes Lied zur Gemeindegründung nach der Melodie „Wie schön leuchtet der Morgenstern“.
In seiner Festpredigt nahm Seibold Gedanken aus dem 2. Korintherbrief auf. Mit der Geburt Jesu an Weihnachten bezeugen wir: „Gott hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben“. In der Zeit nach Weihnachten gehe es darum, wie wir das Licht Jesu, im Alltag des Lebens aufstrahlen lassen. Wir sind gemeinsam aufgerufen, das Licht das Glaubens, der Hoffnung und der Liebe weiterzutragen. Bewusst wurde der Festgottesdienst auf den letzten Sonntag im Weihnachtsfestkreis gelegt, dem der Lichtmesstag vorausgeht. In alten Zeiten sei mit diesem Tag Aufbruch und Neubeginn verbunden gewesen, so Seibold. Mägde und Knechte wechselten ihre Dienstherren oder wurden neu verpflichtet und in Lohn und Brot gestellt. Für beide Seiten galt es zu entscheiden, wer Herr sein sollte und wem man sich anvertraut. So sei der Beginn der neuen Kirchengemeinde in der Nachfolge Jesu auch mit der Frage verbunden, wer unser gemeinsame Herr ist, in wessen Spur wir unser Leben gestalten, auf wen wir vertrauen und hören und wer das Sagen hat im Leben der Gemeinde und des Einzelnen. Den Schatz des Glaubens haben wir in „irdenen Gefäßen“. Christus, der Schatz des Glaubens bleibt einmalig und kostbar. Wir „transportieren“ ihn mit den Möglichkeiten und Mitteln unserer jeweiligen Zeit und mit den Formen, die jetzt zu unserer Tradition und zu unserer Lebenswelt gehören. Mit den „Irdenen Gefäßen“ wird gesagt, dass sich Formen ändern können und vorläufig sind: auf den Inhalt kommt es an! Wo Christus Menschen im Glauben verbindet kommt auch durch Veränderung und neue Formen der Zugehörigkeit Gottes Herrlichkeit zum Leuchten, so Seibold. Das Zusammenwachsen auf verschiedenen Ebenen des Gemeindelebens sei ein ermutigendes Hoffnungszeichen, dass der große Schatz Gottes auch in neuen Formen weitergetragen wird.
Da jetzt die drei bisherigen Kirchengemeinden aufgelöst werden und eine neue große Gemeinde gegründet wird, werden auch die drei bisherigen Kirchengemeinderatsgremien mit ihren Kirchenpflegen aufgelöst. Aus dem Dienst als Kirchenpflegerinnen der bisher eigenständigen Kirchengemeinden wurden verabschiedet: Heidi Leibfarth, zuständig für die Kirchengemeinde Hausen am Bach, Heidi Nagel, zuständig für die Kirchengemeinde Buch und Gaby Guttropf, zuständig für die Kirchengemeinde Gammesfeld. Seibold dankte den drei engagierten Mitarbeiterinnen für ihren gewissenhaften und zuverlässigen Dienst und für die gute enge Zusammenarbeit. Aus ihrer Aufgabe als Vorsitzende der bisherigen Gremien wurden verabschiedet Ilse Grüb aus Gammesfeld, Brigit Gunst-Gullmann aus Hausen am Bach und Dieter Ströbel aus Buch. Sie bleiben jedoch Mitglieder des gemeinsamen Gremiums.
Für ihre intensive verantwortungsvolle Mitarbeit und das vertrauensvolle Miteinander dankte Seibold den bisherigen Vorsitzenden und würdigte den wichtigen Dienst der bisherigen eigenständigen Gremien. Aus dem Kirchengemeinderat Buch wurde Christian Pehl verabschiedet.
Da der Kirchengemeinderat der neugegründeten Gemeinde erst mit der nächsten Kirchenwahl in drei Jahren gewählt werden kann, heißt das Leitungsgremium der neuen Gemeinde bis dahin „Ortskirchliche Verwaltung“. Diese besteht aus den bisherigen Mitgliedern des Kirchengemeinderats Hausen am Bach, Buch und Gammesfeld - hinzugewählt wurde zum neuen Gremium Heidi Leibfarth aus Hausen am Bach. Gemeinsam wurden sie unter Fürbitte und Segen von Seibold in ihr neues Amt eingesetzt. In das Amt der Kirchenpflegerin der neuen Kirchengemeinde wurde Gaby Guttropf eingesetzt und Markus Klein als gewählter Vorsitzender, der damit für diese Zeit auch Ehrenbeamter wird. Seibold überreichte ihm im Gottesdienst seine Ernennungsurkunde.
Die Pfarramtssekretärin Angelika Langenbuch konnte im Rahmen des Fest-Gottesdienstes auch ihr 25- jähriges Dienstjubiläum feiern. Begonnen hatte sie ihre Tätigkeit einst in Gammesfeld, seit vielen Jahren ist sie auch für die Belange der Gemeindeglieder aus Hausen am Bach und Buch zuständig und seit 2010 ist sie auch Dekanatssekretärin in Blaufelden.
Die beiden Grußworte am Ende des Gottesdienstes sprachen der Vorsitzende der Bezirkssynode Norbert Könninger aus Oberwinden – auch in Vertretung von Dekan Siegfried Jahn – und die blaufelder Bürgermeisterin Petra Weber – auch in Vertretung ihres Kollegen Siegfried Gröner aus Rot am See. Nachdem die drei Chöre Frauenchor Gammesfeld, Kirchenchor Hausen am Bach und das Chörle aus Gammesfeld mit einem Segenslied den Gottesdienst abrundeten wurde mit einem Ständerling noch bis in den Nachmittag hinein das neue Miteinander gefeiert. Alle waren voller Lob und Freude und gehen gerne miteinander in die gemeinsame Zukunft als eine Kirchengemeinde.

Was aus der Sicht des Pfarrers besonders zu erwähnen ist:
- die neue Kirchengemeinde trägt den Namen Gammesfeld-Hausen-Buch
- Ausdrücklicher Dank an alle bisherigen Mitglieder der Gremien auch in den vorherigen Perioden, an alle Mitarbeitenden in der Gemeinde und an alle Gemeindeglieder, die das Zusammenwachsen befürwortet und gefördert haben: Nur gemeinsam wurde dieser Weg möglich!
- Feuerwehrkammeraden aus Gammesfeld, Hausen am Bach und Buch kamen in Ausgehuniform zum Gottesdienst!
- Viele Verbindungen bestanden schon vorher und wirkten sich positiv aus: Familien, Spielvereinigung, Landfrauen, Handwerker, Posaunenchor, Weltgebetstag …
- Vertrauen ist gewachsen, alte Sichtweisen wurden durch ermutigende Begegnungen und gemeinsames Er-Leben verändert und neue Möglichkeiten entdeckt. Wir haben zur Freude an einem Guten Miteinander gefunden.

Text und Fotos: Marcus Götz

Aufbruch und Neubeginn
- das Hohenloher Tagblatt berichtete.

Mit freundlicher Genehmigung des Hohenloher Tagblattes