Die Kirchengemeinden Gerabronn, Amlishagen, Dünsbach und Michelbach/Heide haben sich zusammengeschlossen.

Das wurde mit einem Gründungsgottesdienst gefeiert.

© Foto: Ute Schäfer

Vorne: Simon Engler - auf der Kanzel: Dekan Jahn

Die erste Probe der Posaunenchöre aus Beimbach-Gerabronn, Dünsbach und Michelbach/Heide war im Dezember. Und sie war „ein einziges Wirrwarr“, sagt Posaunenchorleiter Karlheinz Gronbach, „ein großes Durcheinander.“ Von Harmonie konnte keine Rede sein. „Deshalb habe ich gesagt: Es gibt nicht mehr ‚ihr‘ und ‚wir‘. Es gibt jetzt ‚uns‘. Wir sind ein Chor. Wir müssen uns zusammenfinden und zusammen klingen.“
Damit hat Gronbach die Richtung vorgegeben: sich aneinander gewöhnen, aufeinander hören, zu einem gemeinsamen Klang finden. Das ist jetzt auch die Aufgabe, die vier Kirchengemeinden rund um Gerabronn haben. Denn Amlishagen, Dünsbach, Gera bronn und Michelbach/Heide arbeiten künftig als Gesamtkirchengemeinde zusammen. Will heißen, die selbstständigen Kirchengemeinden vor Ort bleiben bestehen, samt Gruppen, Gremien, Gottesdiensten und so weiter. Sie schmelzen aber zu einer Verwaltungseinheit zusammen, erklärt Alfred Hirt, Kirchengemeinderat in Michelbach und neuer Vorsitzender des Gesamtkirchengemeinderats.
Beim ersten gemeinsamen Gottesdienst der Gesamtkirchengemeinde wurde Hirt gestern von Pfarrer Axel Seidel in seinem neuen Amt begrüßt, auf das sich Hirt freut. Vor dem er aber auch Respekt hat, so Hirt. Denn auf ein Fernziel steuert das Konstrukt zu: die vier Kirchengemeinden zu einer einzigen zu verschmelzen. Hirt. „Das passiert über kurz oder lang. Hoffentlich lang.“ Denn dann bliebe den Gemeinden genug Zeit zum Zusammenwachsen.
Zwei Pfarrer wird die Gesamtkirchengemeinde haben, denn Pfarrer Jürgen Bobzin verlässt Michelbach. Es bleiben Pfarrer Simon Englert aus Gerabronn und Axel Seidel aus Dünsbach. Dieser war bis vor Kurzen Pfarrer der Kirchengemeinde Ruppertshofen-Dünsbach – einer der Besonderheiten dieses Zusammenschlusses übrigens. Denn die Ruppertshofener und die Dünsbacher hatten sich nach vielen Überlegungen und Befragungen auseinanderdividiert. Ruppertshofen gehört jetzt zum Dekanat Schwäbisch Hall. Dünsbach bleibt beim Dekanat Blaufelden und gehört nun zu Gerabronn.
Wenn Verwaltungseinheiten zusammenwachsen, wird Personal gespart. Deshalb wird es in der Gesamtkirchengemeinde zukünftig nur noch eine Kirchenpflegerin geben. Inge Krumrein aus Gerabronn wurde in dem ersten gemeinsamen Gottesdienst am Sonntag in ihre Aufgabe eingesetzt.
Zuvor hatte Dekan Siegfried Jahn die Predigt gehalten. „Sie sitzen in einem Boot“, sagte er zu den bestimmt 300 Kirchengemeinderäten und Gemeindegliedern der vier Gemeinden in der voll besetzten Michelbacher Kirche, und verglich dieses Boot mit dem, auf dem die Jünger auf dem stürmischen See Genezareth trieben. Von dem aus konnte Petrus übers Wasser gehen, solange er nur genügend Vertrauen in Jesus hatte.
Posaunenchorleiter Gronbach hatte passende Stücke ausgesucht. Die drei Chöre klangen wunderbar zusammen, wie ein einziger großer Chor – die Proben haben genützt. Gemeinsam spielten sie „Vertrau den neuen Wegen“, zum Beispiel. „Ein toller Klang“, lobte Dekan Jahn und hatte noch eines seiner Lieblingsstücke im Ohr, und zwar den bekannten D-Dur-Kanon von Pachelbel, in den das Lied „Möge die Straße uns zusammenführen“ eingewebt war. „Ich hätte mich am liebsten mit meiner Tuba dazugesetzt.“

Ute Schäfer - mit freundlicher Genehmigung des Hohenloher Tagblattes