Die Bächlinger Johanneskirche

Mesnerin:

Maria Schulze
Jagsttalstr.1

 

 

Urkirche

 

 

Die Bächlinger Kirche war eine der frühesten Kirchen im mittleren Jagst-Tal. Zu ihrem Pfarrsprengel gehörten einst – neben den heute zugehörigen Orten Bächlingen, Hürden und Nesselbach – Langenburg mit Atzenrod, Binzelberg, Forst, Oberregenbach, Dünzbach und Hörlebach, sowie einige heute nicht mehr existierende Orte.Sie war also auch die Mutterkirche der Grafen von Hohenlohe-Langenburg.

Geweiht wurde die Kirche Johannes dem Täufer, Maria und Johannes dem Evangelisten. Dies zeichnet sie auch als alte Taufkirche aus. Taufkirchen waren die Ausgangspunkte von Seelsorgebezirken.

 

 

Das genaue Alter der Kirche kann nicht angegeben werden. Vermutlich waren die ältesten Dorfkirchen zunächst einfache Holzkirchen, die später durch massive Steinbauten ersetzt wurden.
Die früheste bekannte Urkunde, in der eine Bächlinger Kirche erwähnt ist, stammt aus dem Jahre 1245.
Die heutige Chorturmkirche dürfte in ihren ältesten Bauteilen, den unteren Stockwerken des Turmes, Anfang / Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden sein. Sie birgt noch heute zwei kunsthistorisch besonders wertvolle Schätze aus dieser Zeit in sich: den bemalten Chorraum und den Epitaph des Ritters Burkhard Reze von Bächlingen.

Bauliche Veränderungen

Einen massiven Eingriff gab es im Zuge der Reformation. Der damalige „Hausherr“, Graf Wolfgang begann um 1580 seine Kirchen im Sinn Calvins umzugestalten. Der frühere Pfarrer und Kirchenhistoriker Dr. Gustav Bossert beschreibt in seiner Bächlinger Ortschronik (um 1887) die damaligen Maßnahmen: „Graf Wolfgang ließ nun alle Bilder aus der Kirche zu Langenburg, Bächlingen und Regenbach auf einem Acker verbrennen. In Bächlingen wurden unbarmherzig alle die bemalten Wände mit Kienruß oder Kalk überfahren. ... Der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre wurden abgebrochen, auch der Taufstein beseitigt, und ein neuer Altar, um welchen man gehen kann, gebaut und dann in dem Chor Stühle angebracht, auch im Langhaus die Kirchenstühle vermehrt. Auf die Kirche baute man, nachdem man das alte Dach ab-gebrochen, einen herrschaftlichen Fruchtkasten, der heute noch die Kirche aufs unwürdigste entstellt und sie einer Scheune ähnlich macht.

 

Damit der Fruchtkasten gut gesichert sei, wurde die Mauer um die Kirche ausgebessert, das Thor neu aufgebaut und ein Dächlein darauf gesetzt.

Der Turm trug damals noch ein einfaches Satteldach. Im Jahre 1888 wurde dieses ersetzt durch den heute noch bestehenden Turmhelm.

Von anderen Umbaumaßnahmen zeugen auch die unterschiedlichen Fenster-Formen der Bächlinger Kirche.

Im Jahre 1914 wurde eine große Kirchenrenovierung mit einer ganzen Reihe von Umbau-Maßnahmen vorgenommen. Die heutige Inneneinrichtung stammt im Wesentlichen aus dieser Zeit, sie wurde vom bekannten Architekturbüro Dolmetsch & Schuster aus Stuttgart entworfen.
Im Zuge dieser Baumaßnahme wurde nun auch die mittelalterliche Ausmalung des Chorraumes wiederentdeckt, die Bilder wurden wieder freigelegt.

 


Während der Sommerzeit ist die Kirche in der Regel tagsüber geöffnet

Auf Anfrage werden auch Führungen angeboten