Geschichten und Geschehnisse rund um den Gottesdienst

Hier gibt es ein paar Impressionen von (kus) aus Blaufelden,
hoch ergoben und was es kostet.....:

Liebe Leserinnen und Leser,

als mir der Gedanke kam in lockerer Reihenfolge mit
"Geschichten und Geschehnisse rund um den Gottesdienst"
unseren sonntäglichen Gottesdienst ihnen etwas näher zu bringen, stand ich auf dem Festplatz und betrachtete mir im abendlichen Sonnenlicht unsere Ulrichskirche und deren wuchtigen Kirchturm mit dem zugänglichen Umgang.
Unter Geschichte der Ulrichskirche ist dann folgendes nachzulesen:
Der Kirchturm diente in damaligen Zeiten als Wehrturm und hatte die Funktion die Einwohner von Blaufelden zu schützen.
1835 setzte ein Blitzschlag die Turmspitze in Brand und zerstörte sie. Beim Wiederaufbau wurde dann die Spitze kleiner gehalten und der charakteristische Umgang hinzugefügt. Diesen Umstand verdankt es Blaufelden, dass an jedem Sonntagmorgen vor dem Gottesdienst der Posaunenchor hoch über Blaufelden musiziert. Von dem Umgang hat man einen guten Rundblick über Blaufelden ins Hohenloher Land.
Was lag also für mich zunächst näher als mit einer kleinen Erzählung, über unseren Kirchturm, dem Posaunenchor, sozusagen über den Dächern von Blaufelden, diese Reihe zu eröffnen.
Am Sonntagmorgen um 9:45 Uhr mache ich mich dann bei ca. 26 Grad Außentemperatur auf den Weg in die Ulrichskirche. Die Treppe hoch auf die Empore und dann ins Kirchengestühl.
Die Posaunenchorbläser, diesmal fünf an der Zahl, mit ihrem Dirigenten Karl-Heinz Ziegelbauer, treffen sich in der 1. Etage des Gestühls. Dort wird sich kurz besprochen und dann geht's los. Leider kam ich zu diesem Treffen zu spät und musste hinterher eilen; und das war bei diesen Temperaturen äußerst schweißtreibend.
Über einen abgesicherten Holzsteg gelange ich zu einer sich nach oben windenden engen Steintreppe. Treppen, die nach oben führen haben immer etwas Geheimnisvolles an sich. So auch hier.
Ich verlasse nun die Steintreppe und steige, um nicht anzustoßen, mit eingezogenem Kopf über knarrende Holztreppen im runden Turmgestühl, vorbei am Glockenturm, immer höher. Es wird wärmer und stickiger. Da ich bereits die Einspieltöne höre, erhöhe ich mein Steigtempo. Ich komme nun mächtig ins Schwitzen, Schweißtropfen perlen von meiner Stirn, mein Hemd wird nass und mein Atem unruhiger.
Gedanken, wie hoch es wohl noch geht, gehen mir durch den Kopf.
Nun endlich, die letzte Treppe, helles Licht scheint durch die kleine Ausstiegsluke zum Umgang. Ich bin oben. Steige durch die Ausstiegsluke, frische Luft. Geschafft nach ca. 200 Stufen, ich habe die stufen so ab der mitte nicht mehr gezählt. Der Ausblick, bei strahlendem Sonnenschein, entschädigt für alles. Man fühlt sich einfach wohl. Ein tolles Gefühl. Der blick über Blaufelden ins Hohenloher Land.
Ich sehe die Posaunenbläser. Sie lächeln mich an. einer sagt zu mir "das machen wir Sonntag für Sonntag, da kommt man ganz ordentlich ins Schwitzen".
Bei leicht erfrischendem wind spielen die Posaunen das Lied "Die güldne sonne voll Freud und Wonne" und rufen damit die einwohner zum Gottesdienst. die Bläser musizieren in alle vier Himmelsrichtungen und man merkt ihnen an, dass sie an diesem herrlichen Morgen mit besonders viel Herz die Lieder spielen.
Kurz nach 10:00 Uhr verlassen wir alle gemeinsam den Umgang und steigen die Stufen hinunter.
Vom Schwitzen völlig durchnässt setze ich mit nun in den Gottesdienst und versuche der Predigt zu folgen, was mir an diesem Sonntagmorgen jedoch nicht ganz gelingen will.
Den Leserinnen und Leser empfehle ich einen Besuch unserer Ulrichskirche und eine Kirchturmbesteigung.
An dieser Stelle möchte ich mich als Artikelschreiber und Kirchengemeinderat für das sonntägliche Musizieren auf dem Kirchturm beim Posaunenchor recht herzlich bedanken!