1. Liturgischer Abendspaziergang in Schrozberg

Der Schöpfung mit allen Sinnen begegnen….

(von Inge Kaletta)

war das Ziel des ersten liturgischen Abendspaziergangs, den der Bezirksarbeitskreis Frauen (BAF) des Kirchenbezirks Blaufelden erstmals in Schrozberg angeboten hatte. Trotz ungewisser Wetterentwicklung fanden sich am vergangenen Mittwochabend knapp 40 Frauen auf dem Parkplatz der Pilgerherberge – ehemaliges Krankenhaus - in Schrozberg ein. Die Frauen wurden mit einem gekonnt vorgetragenen Flötenstück von Karin Busch und ihrem talentierten Schüler Luca Stern, mit Gedanken zu Gottes wunderbarer Schöpfung und dem gemeinsamen Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ auf den zweistündigen Spaziergang eingestimmt. Zweite Haltestation war dann an der Kläranlage, wo zwei Schalen mit keimendem und eingesätem Getreide darauf warteten, von den Frauen eingetütet zu werden. Intensiv sollten die Teilnehmer/-innen dann diese Erde tasten, verreiben und riechen. Einfach bemerken, dass diese Erde lebt. Nach dem Wegesegen und dem gemeinsam angestimmten Kanon und Wegelied:  „Jeder Teil dieser Erde“ führte der Weg an der Mühle Hildner vorbei zur Wegkreuzung, wo eine weitere Station und Raststelle für die Frauen angedacht war. Hier durften die Teilnehmer/-innen die mitgetragene Erde wieder ausschütten und sich darauf besinnen, dass auch der Mensch von der Erde genommen ist und einstmals auch wieder zu ihr zurückkehren wird. Wieder stimmte das Flötenduo stimmungsvoll ein und im Kreis aufgestellt konnten die Frauen die Verbindung zueinander spüren und in der Stille des Abends die Empfindung des Getragen- und Eingebunden Seins noch nachwirken lassen. Ein kurzes Stück entfernt befand sich dann auch schon die nächste Station – die Quelle, die leider durch die anhaltende Trockenheit im Moment gar nicht sprudelt. Trotzdem lieferte das BAF-Team Gedanken zur Quelle nach einem Text von Hanna Strack. Außerdem sangen die Frauen „Ins Wasser fällt ein Stein“ und auch gab es wieder für den Weitermarsch auf dem idyllischen „Schlangenwegle“ einen Wegesegen. Bei der letzten Station am Freibad ging es dann darum, Leben zu hüten und achtsam zu sein. Um ein Zeichen zu setzen, wurden hier an die Frauen Sonnenblumensamen und kleine Trommelsteine verteilt und die Wanderung mit dem Lied. „Gott gab uns Atem, damit wir leben“ und div. Fürbitten sowie dem gemeinsam gesprochenen „Vater unser“ und einem Danke an die mitwirkenden Musiker abgeschlossen. Anschließend wurde die Gruppe schon im Gästehaus im Tal an der Pilgerherberge mit einer liebevoll gedeckten Tafel mit leckerem Fingerfood vom Pächterehepaar erwartet. Zu später Stunde waren sich alle einig, dass es wirklich ein sehr schöner und stimmungsvoller Abend gewesen ist.

7. Frauenkreuzweg in Gammesfeld tolle Veranstaltung mit vielen Teilnehmern

„Gekreuzte Wege“  - Frauenkreuzweg in Gammesfeld                                                             

Ein Frauenkreuzweg verbindet die biblischen Texte der Passionsgeschichte mit Stationen, wo  „Durchkreuzte Wege“ - Leidenswege von Frauen heute -  sicht- und hörbar gemacht werden. So auch an Karfreitag in Gammesfeld, wo der Bezirksarbeitskreis Frauen (BAF) des Dekanats Blaufelden mit über 90 Frauen – und auch einigen interessierten Männern bei strahlendem Sonnenschein durch den Ort unterwegs war.

An fünf Stationen wurden verdrängtem Leiden und Gewalt bedacht und alltägliche belastende Situationen von Frauen sichtbar gemacht. Von Gott wurde Kraft erbeten, diese Situationen auszuhalten und zur Veränderung aufzustehen. Begonnen wurde an der Schule, die zwar auf dem Papier noch existiert, jedoch momentan aufgrund zu weniger Kinder geschlossen ist. Musikalische Akzente zwischen den einzelnen Stationen setzten die zwei Klarinettistinnen Frau Oppold und Frau Barth.

„Armut ist weiblich“ war der Leitfaden an der zweiten Station, der Raiffeisenbank Gammesfeld. Oft sind es Frauen, die den Gang zur Bank mit schlechten Empfindungen verbinden. Gerade wenn sie alleinerziehend oder erwerbslos sind. Auch ergeben sich bei ihnen durch die unbezahlte Kindererziehung Lücken in der Erwerbstätigkeit, die Frauen bei Aufstiegsmöglichkeiten, aber auch bei Sozialleistungen bis hin zur Rente benachteiligen.

Durch gesungene Kyrierufe und gemeinsames Psalm Gebet wurden die Teilnehmer in den Ablauf mit einbezogen. Erstaunlich war für manchen, dass Gammesfeld sogar ein Wasserschloss hat. Dieses Kleinod wurde bereits im Jahr 1100 erstmals erwähnt und befindet sich heute in Privatbesitz. Im Mittelalter haben in diesem Anwesen sicherlich auch viele Frauen gelebt. Ob sie das Leben einer Adeligen führen konnten oder eher das von schwerer Arbeit geprägte Leben einer Dienstmagd, wissen wir nicht. Doch eines wird sich bis heute nicht verändert haben: der Wunsch nach Liebe, Geborgenheit, genug zu Essen und einem Dach über dem Kopf. Oft aber können diese Sehnsüchte nicht erfüllt werden, weil zu viel Arbeit, Verlassenheit, Armut oder Krankheit das tägliche Leben bestimmen.

Ein typischer Ort für Frauen ist der Lebensmittelladen der Familie Friedrich Dürr. Nicht nur, dass hier für den täglichen Bedarf der Familie alles besorgt werden kann, er ist sicherlich auch ein Treffpunkt für all die Sorgen und Nöte aber auch erfreulichen Dinge des Lebens. Unsere Wege werden durchkreuzt, wenn plötzlich so ein Treffpunkt geschlossen werden muss, weil die Konkurrenz zu groß ist oder weil die Umsätze ein Überleben unmöglich machen.

Die Abschlussstation war das evangelische Gemeindehaus in dem auch hauptsächlich Frauen ehrenamtlich tätig sind. Hier wurde nochmal eindringlich daran erinnert, dass egal welche und wie viele Kreuzungspunkte durchschritten werden müssen, stets einer an der Seite steht, der weiß, was wir leiden, weil er es selber erfahren hat. In der Not kann Jesus Christus jedem zur Seite stehen. An dieser letzten Station wurde auch all jener gedacht, die durch Hunger, Krankheit, Unfälle, Bürgerkriege und politische Morde ihr Leben verloren haben. Die vielen Teilnehmer wurden aufgefordert das mitgeführte Holzkreuz mit den bereits zu Beginn verteilten grünen Zweigen zu schmücken, damit es so vom Kreuzesbaum zum  Lebensbaum wird.

Mit der eingesammelte Kollekte in Höhe von 227,90 € möchte das BAF-Team in diesem Jahr die wertvolle Arbeit der  „Offenbar“ in Gerabronn unterstützen. Es ist eine vor 4 ½ Jahren gegründete Begegnungsstätte, die hauptsächlich von ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben wird. Neben Kleiderausgabe, Café und Strickbar, bietet die Offenbar auch eine Plattform für kleinere Veranstaltungen, die alle auf Spendenbasis laufen. Herzlichen Dank allen Gebern.

Nach dem Abschlusssegen bestand die Möglichkeit am Abendmahlsgottesdienst der Evang. Kirchengemeinde Gammesfeld in der St. Nikolauskirche gegenüber teilzunehmen.

Pfr. Norbert Seibold freute sich über die fremden Gesichter im Gottesdienst und erinnerte bei seiner Predigt an die mutigen Frauen, die auch nach der Kreuzigung öffentlich zu ihrem Herrn gestanden sind.  Gestärkt und ermutigt konnten alle frohen Mutes den Heimweg antreten.

 

 

 

Bezirksvorbereitung Weltgebetstag 2015 - Bahamas

Begreift ihr meine Liebe

Wie jedes Jahr, so fand auch in diesem Jahr wieder am Montag, 26.1.2015 die Bezirksvorbereitung für den Weltgebetstag in bewährter Weise im Evang. Gemeindehaus in Blaufelden statt.

Schön, dass sich wieder knapp 50 Frauen einfanden, um Wissenswertes und Interessantes über Land und Leute auf den Bahamas zu erfahren. Gab es doch auch im Herbst keine Landvorstellung, weil nur vier Referentinnen zur Verfügung standen, die für uns in Hohenlohe aber nicht greifbar gewesen wären.

Sigrid Bullinger eröffnete mit einer kurzen Begrüßung, der dann auch eine symbolische Wuschwaschung von Elke Bönisch folgte. Die schönen und teilweise auch schon bekannten Lieder wurden in gewohnter Weise von Manuela Leiberich aus Schrozberg begleitet und einstudiert. Sie übernahm auch den Part der Bibelarbeit, dafür ein herzliches Dankeschön. Bilder und Infos zum Land präsentierte Sigrid Bullinger gekonnt mit dem Beamer und die Frauen erfuhren manch Wissenswertes.

Den Soli-Euro der Frauen sammelte Inge Kaletta in diesem Jahr für (I)NTACT – die internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen in Ghana. Hierfür gaben die Frauen gerne, denn es ist wirklich nötig, dass durch ausreichende Aufklärungsarbeit dieses grausame Ritual abgeschafft wird. Leiden die Betroffenen doch lebenslang unter den Spätfolgen, falls sie nicht schon kurz danach sterben.

 

Mit Stehkaffee, Gebäck und angeregten Gesprächen endete der kurzweilige Nachmittag in Blaufelden. 

Studienfahrt Schwanberg 2015

Studienfahrt zum „Schwanberg“

Jedes Jahr, Ende Januar, veranstalten die Bezirksarbeitskreise Frauen (BAF´s) in Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte Crailsheim eine Halbtags-Studienfahrt für Frauen allen Alters aus den Kirchenbezirken Blaufelden und Crailsheim.

Dass dies ein Highlight im Winter ist, bewies die große Nachfrage – auch in diesem Jahr gab es wieder eine Warteliste für jene, die sich nicht ganz fix angemeldet hatten.

Ziel war diesmal die Communität Casteller Ring auf dem Schwanberg bei Kitzingen. Hoch oben über der Mainebene erhebt sich Schloss Schwanberg mit seiner Tagungsstätte in idyllische Lage umgeben von Wald und Weinbergen. Der Schwanberg selbst ist eine markante Erhebung des Steigerwalds im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken.

Die Communität ist eine Gemeinschaft von derzeit 37 Frauen, die in der Evangelisch-Lutherischen Kirche seit 1950 als Ordensgemeinschaft im Geist der Regel des hl. Benedikt lebt und arbeitet. Frei gewählte Ehelosigkeit, Gütergemeinschaft und mündiger Gehorsam grenzen das Leben der Frauen zwar ein, aber durch ihre Bindung an Jesus Christus gewinnen sie große Freiheit. Ihr Alltag gestaltet sich im Gebet (4 x tgl. Stundengebet) und der Arbeit für ihren Lebensunterhalt.

Mit einem Filmbeitrag „die Stadt auf dem Berg“ erhielt die interessierte Gruppe zu Beginn einen Einblick in das Leben und Wirken der Ordensschwestern. Hier konnte man auch wahrnehmen in welch herrlicher Umgebung sich der Schwanberg befindet und wie groß das Gelände auf dem Bergplateau doch ist. Wetterbedingt war ein Rundgang bei diesem Besuch leider nicht möglich aber wer weiß, vielleicht gibt es ja im Sommer noch einmal Gelegenheit für eine größere Exkursion. Herrliche Parkanlagen und ein seit 2007 angegliederter evang. Friedwald würden dann auch zu kleineren und größeren Spaziergängen einladen. In der anschließenden Fragerunde erfuhr die Gruppe, dass der Prozess des Hineinwachsens in diese Gemeinschaft für die Schwestern mind. 5 Jahre dauert. Am Ende dieser Besinnungszeit steht dann die Profess, die Bindung auf Lebenszeit.

In der Verkündigung der frohen Botschaft von Jesus Christus möchten die Schwestern den Glauben ganzheitlich erfahrbar machen. Dazu laden sie Menschen in ihre 1987 geweihte St. Michael-Kirche und in die drei Gästehäuser auf den Schwanberg ein. In der Kirche durften die Gruppe auch mit eigenen Liedern die Akustik testen und den wunderbaren Klang auf sich wirken lassen.

Gestärkt mit Kaffee und Kuchen im „Cafe Schwanberg“, traten die Frauen die Rückreise ins Hohenloher Land an und ließen den Tag ausklingen mit guten Gesprächen und Informationen über weitere Angebote der Familienbildungsstätte durch Gerlinde Mack.