Durchkreuzte Wege – Frauenkreuzweg für Frauen aller Konfessionen in Gerabronn

Start am Schulzentrum und Abschluss an der Stadtkirche in Gerabronn

In diesem Jahr machten sich trotz regnerischer und kühler Witterung knapp 50 Frauen verschiedener Altersgruppen zum 6. Mal auf einen Kreuzweg-Gang – dieses Jahr  durch Gerabronn. Der Bezirksarbeitskreis Frauen (BAF) des Dekanats Blaufelden hatte erneut Frauen aller Konfessionen zu diesem Gang an Karfreitag eingeladen. An fünf Stationen wurden durchkreuzte Lebenswege von Frauen zur Sprache gebracht im Gedächtnis an den Kreuzweg, den Jesus vor über 2000 Jahren gegangen ist.

Schweigend begannen die Frauen den Weg durch den Ort am Schulzentrum und gedachten an den verschiedenen Stationen den oft verdrängten Leiden, der Gewalt, aber auch den alltäglich belastenden Situationen von Frauen. Es gilt Dinge sichtbar machen, vor Gott bringen und die Kraft erbitten, sie auszuhalten oder zu verändern.

Klarinettenstücke, Bibeltexte und Wechsel-Psalmgebete begleiteten die inhaltliche Ausführungen beispielhafter Lebenssituationen. So können, auch an einem Ort wie der Schule Gefahren drohen. Nicht nur auf dem Schulweg, nein auch in der Schule selbst, sei es durch Mobbing, Amokläufe, Drogenprobleme oder einfach nur durch Überforderung der Kinder. Wir leben in einer Zeit, in der wir unheimlich viel in unsere Kinder hineinstecken. Manchmal muss man sich jedoch fragen, ob es ihnen immer gut tut.

Weiter ging der Weg zum Evang. Gemeindehaus. Einem Ort, an dem man sich zum Austausch über den Glauben treffen kann, wo wir miteinander Gemeinschaft haben können und wo auch unsere Kinder im Konfirmandenunterricht etwas über ihren Glauben erfahren können. Es ist ein Ort, an dem man fröhlich Musik machen und an dem man sich nach dem alljährlichen Gerabronner Faschingstreiben bei Kaffee und Kuchen stärken und auch aufwärmen kann. Nur ein kurzer Fußweg und schon war man an der dritten Station, dem evang. Pfarramt mit der ökumenischen öffentlichen Bücherei angelangt. Letztere gibt es seit 2001 in Gerabronn und es arbeiten dort erfolgreich die evangelische, die katholische und auch die bürgerliche Gemeinde mit ihren ehrenamtlichen Helfern zusammen. Im evangelischen Pfarramt wird der Glaube ein Stück weit organisiert. Welche Veranstaltungen finden wann und wo und mit wem statt. Auch hier sind es oft wir Frauen, die ehrenamtlich in der Verkündigungsarbeit tätig sind. Das fängt bereits in der Familie an, geht weiter über die Besuchsdienste, Frauenkreise, Weltgebetstagsarbeit, Chorarbeit und vieles mehr.

Nachdem auch hier ein Stein abgelegt war, bewegte sich die Gruppe weiter zum Parkplatz der Volksbank, in der unter der Woche viele Menschen ein und ausgehen. Täglich haben wir es mit Geld und seinen Auswirkungen zu tun, denn auch wir sind ein Teil des Finanzmarktes, des deutschen, ja des globalen Wirtschaftssystems. Auch hier in Hohenlohe konnte man miterleben, dass wegen der Wirtschaftskrise Betriebe geschlossen und Menschen arbeitslos wurden. Nicht selten sind dies dann die Frauen, weil sie in Teilzeit arbeiten und immer noch nicht so gut qualifiziert sind wie die Männer. Aber auch unser Kaufverhalten ist hier ein Thema: Für unsere Schnäppchen werden in Ländern wie China, Indien und anderen Billiglohnländern hauptsächlich Frauen ausgebeutet. Durchkreuzte Wege also auch hier vor der Bank.

Der nächste Wegabschnitt endete im Park des hiesigen Pflegezentrums Hohenlohe - Azurit. Mitten im Ort und doch fällt es vielen Menschen so schwer, hierher umzuziehen. Ja sie fürchten sich davor, ihre Selbständigkeit zu verlieren. In einer immer älter werdenden Gesellschaft lässt es sich aber nicht vermeiden, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem man nicht mehr alleine leben kann. Es ist eine Aufgabe, der wir uns schon in jüngeren Jahren stellen sollten. Näher zu beleuchten war ebenfalls die Situation der Pflegekräfte. Meist sind es auch hier die Frauen, die in diesen Berufen Arbeit finden. Einem Beruf, der äußerst anstrengend ist, der an den Nerven zerrt und die Frauen oftmals an den Rand der Erschöpfung bringt. Aus den  Medien entnehmen wir, wenn Missstände auftreten. Das größte Problem in den Einrichtung ist aber oftmals, dass es zu wenig geschultes Personal gibt, weil die nervliche und körperliche Belastungen enorm hoch sind. Auch der Umgang mit Sterbenden ist psychisch höchst anstrengend. Es soll niemand in Schutz genommen werden, der Gewalt gegen alte Menschen ausübt, aber wir müssen sensibilisiert werden, in welcher Überforderung auch viele Pflegende leben müssen.

Den Abschluss machte die Gruppe vor der evangelischen Stadtkirche. An dieser letzten Station wurde besonders der Menschen gedacht, die ihr Leben durch Unfälle, brutale Morde, Bürgerkriege wie in Syrien, Ägypten und Afghanistan verloren haben. Es wurde aber auch der Menschen gedacht, die im eigenen Umfeld gestorben sind. Das Team gedachte besonders an die liebe verstorbene Silvia Holbein, die in all den Vorjahren die wunderbaren Texte für die Frauenkreuzwege geschrieben hatte und eine so liebe Freundin gewesen ist. Wie die Frauen unter dem Kreuz auf Golgatha trauern, klagen, weinen wir um die Menschen, die wir für dieses Leben unwiederbringlich verloren haben. Die Kollekte des Kreuzweges geht in diesem Jahr an das Kinderhospiz in Schwäbisch Hall.

Mit Worten der Ermutigung vom Propheten Jesaja, dem Vater unser, einem Abschlussgedicht von Carola Moosbach und einem Segen wurden die Frauen zur Todesstunde Jesu in den Nachmittag entlassen.

Bezirksarbeitskreis Frauen neu im Amt bestätigt

Am Samstag, den 22.2.2014 fand die Wiederwahl des neuen „alten BAF-Teams“ – Elke Bönisch, Sigrid Bullinger, Anja Herrmann und Inge Kaletta - bei einem Frauenfrühstück im evangelischen Gemeindehaus in Blaufelden statt.

Das Team hatte dazu die Referentin Annette Roth von Evangelische Frauen in Württemberg (EFW) vor allem auch für die im Dezember 2013 neu gewählten Kirchengemeinderätinnen eingeladen. Sie sollte den „Neuen“ einen verständlichen Überblick über die kirchlichen Strukturen geben und erläutern, was sich hinter den einzelnen gebräuchlichen Abkürzungen wie z.B. KBA (Kirchenbezirksausschuss) verbirgt. Damit das Thema leichter aufgenommen werden konnte, hatte das BAF-Team ein leckeres Frühstücksbüffet für ihre Gäste vorbereitet.

Nach gemeinsamem Singen und verständlichem kurzweiligen Vortrag wurde das Team per Akklamation mittels offener Abstimmung von den 44 Wahlberechtigten auf weitere drei Jahre im Amt bestätigt.

Frau Roth beglückwünschte das Team mit einem kleinen Präsent von der Landesstelle und wünschte den Frauen weiterhin ein gutes Miteinander und eine gute Zusammenarbeit mit den einzelnen Gemeinden im Kirchenbezirk Blaufelden.

Studienfahrt zum Kloster Triefenstein

Überwältigend war in diesem Jahr die Nachfrage nach Plätzen für die Studienfahrt zum Kloster Triefenstein am 23. Januar 2014. Schließlich konnte ein vollbesetzter Bus mit 46 Frauen über Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim an Wertach vorbei auf den Klosterberg zu den Brüdern der Christusträger fahren. Dort wurde die Frauengruppe von Bruder Siegfried begrüßt und in Empfang genommen, um zuerst einmal die Barockkirche, die Peter und Paul gewidmet ist, zu besichtigen. Anschließend gab es eine Powerpoint über das Leben und Arbeiten der Brüder. Hier erfuhren die Frauen, dass die Christusträger Bruderschaft eine evangelische Kommunität ist, bei der sich der Name und der Leitgedanke ergänzen: "Von Christus getragen - Christus tragen". Die Bruderschaft entstand Anfang der 60 ger Jahre zusammen mit der Christusträger Schwesternschaft. Zur Zeit leben und wirken die 11 Brüder an fünf Standorten. Von Anfang an galt der Blick der Brüder der Not der Armen. Seit 1969 werden in Kabul in Afghanistan zwei Ambulanzkliniken betrieben, wo hauptsächlich Hautkrankheiten, Tuberkulose und Epilepsie behandelt werden. In einem kirchlichen Hospital in Vanga im Kongo arbeiten seit 1980 zwei der Brüder mit. Sie sind dort für die Kinderstation und die innere Medizin verantwortlich, wo sie vorallem mittellose Patienten behandeln und außerdem an der Krankenpflegeschule unterrichten. Hier ist auch Bruder "Friedhelm" im Einsatz, der finanziell immer wieder mit einem Teil des Muswiesenerlöses des Frauentreff Rot am See unterstützt wird. Kloster Triefenstein am Main kennt eine lange Geschichte des Betens und Arbeitens: Von 1102 bis 1803 wirkten hier Augustiner-Chorherren. Seit 1986 sind nun die Brüder der Christusträger hier zuhause. Kloster Triefenstein ist ein Gästehaus der Bruderschaft wo sie Menschen in geschützer Atmosphäre Raum zur Begegnung mit Gott anbieten. Betreiben eigener Werkstätten hilft für den Unterhalt und den weiteren Ausbau der Klosteranlage zu sorgen. Mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken, einer Andacht zur Jahreslosung und meisterlich vorgetragenen Gitarrenklängen des Bruders, endete ein wunderschöner wohltuender und erlebnisreicher Nachmittag für die Frauen.

Text: Inge Kaletta

 

 

 

Bezirksvorbereitung Weltgebetstag „Ägypten“

In gewohnter Weise trafen sich Ende Januar wieder die Frauen der einzelnen Kirchengemeinden des Kirchenbezirks Blaufelden zur WGT-Bezirksvorbereitung im

Evang. Gemeindehaus in Blaufelden.

Sigrid Bullinger und Elke Bönisch, die Beide im Herbst die Weltgebetstagswerkstatt in Stuttgart besucht hatten und selbst auch schon das Land am Nil besucht haben, machten in bewährter Weise die Einführung, informierten über Land und Leute und gaben den Frauen Anregungen für die Dekoration.

Manuela Leiberich hatte die Aufgabe, die Lieder mit den Frauen einzustudieren und sie machte auch in bewährter anschaulicher Weise die Bibelarbeit.

Nach getaner Arbeit endete der Nachmittag mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken und guten Gesprächen. Schön, dass sich 57 Frauen die Zeit genommen hatten, um sich schon einmal im Vorfeld mit der Liturgie 2014 zu beschäftigen.

Damit die Frauen noch mehr Informationen über das nordafrikanische Land des „arabischen Frühlings“ erfahren konnten, wurden alle für den nächsten Abend ins Gemeindehaus nach Spielbach zu einem überaus interessanten Vortrag mit Heidi Josua eingeladen.

Der Weltgebetsstag der Frauen findet weltweit immer am 1. Freitag im März – dieses Jahr also am 7.3.2014 statt.