Im Gespräch bleiben

Die Hospizgruppe in Ellwangen

Fortbildung vom Hospizverein Blaufelden eröffnet neue Blickrichtung auf Gesprächsführung.

Eine interessante Fortbildung gab es für den Hospizverein Blaufelden im Tagungshaus auf dem Schönenberg in Ellwangen zum Thema „Das helfende Gespräch“.

Ehrenamtliche MitarbeiterInnen des gemeinnützigen Hospizvereins sind immer bereit um in Privathaushalten und Pflegeeinrichtungen Schwerkranke, Sterbende und ihre Angehörigen zu unterstützen und sie nicht allein zu lassen.
Das bedeutet mit zu helfen die bestmöglichste, selbstbestimmte Lebensqualität zu ermöglichen und auch die Angehörigen nicht alleine zu lassen. In der zuvor mit der Einsatzleitung vereinbarten Zeit möchten die ehrenamtlichen HospizmitarbeiterInnen zur Verfügung stehen, auch wenn das „nur“ am Bett zu sitzen heißt, oder den Angehörigen ermöglichen einen wichtigen Termin wahr zu nehmen oder ihnen eine Verschnaufpause zu gönnen, in dem Wissen, es ist jemand da.
Es kann aber auch heißen gemeinsame Hobbies im Gesprächsaustausch zu pflegen, ein Buch oder aus der Zeitung vor zu lesen, einen zur Gewohnheit geworden Spaziergang weiterhin zu ermöglichen…
Dabei wird die jeweilige persönliche Weltanschauung, die religiöse und spirituelle Ansicht geachtet und respektiert.
Dabei sind die MitarbeiterInnen immer offen für Gespräche. Die hohe Belastung in dieser Situation macht meist nahe Angehörige sprachlos, oder es soll jede Auseinandersetzung mit dem nahenden Lebensende vermieden werden.
Ein einfühlsames hilfreiches Gespräch kann viel Angst und Gelassenheit in der jeweiligen Situation bringen. Das machte der 2. Vorsitzende Wolfhard Rudat bei der Fortbildung immer wieder deutlich. Egal ob bei Gesprächen mit Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten, Küchenpersonal, Seelsorgern, Angehörigen, Betroffenen oder ehrenamtlichen Mitarbeitern; alle sind optimaler Weise ein Teil bei solch einer Begleitung Schwerkranker, Sterbender und ihren Angehörigen und sollten bei Bedarf im Austausch miteinander im Gespräch sein.
Für alle 26 Teilnehmer war es anhand unterschiedlicher Gesprächsführungssequenzen sehr interessant zu sehen, wie einfühlsame Worte Betroffene entlasten und offen machen können für das was kommt.
Nimmt man sich nicht die nötige Zeit oder ist nicht offen, sowohl für die Krankheit, als auch für die Empfindungen des Gesprächspartners, so entsteht Angst, Anspannung und Unverstanden sein.
Bei der Ausstellung „Bild und Bibel“ im Sieger Köder Museum, hinter dem stationären Hospiz der Annaschwestern in Ellwangen, konnte man beim Betrachten der Bilder diese Empfindungen versuchen zu erahnen und auf sich wirken lassen.
In Kleingruppenarbeit wurde erarbeitet, dass wenn man sich ernst nimmt, zuhören kann, sich vertraut und Wert schätzt, echte Teilnahme und innere Ruhe mitbringt, versucht den anderen zu akzeptieren und zu verstehen, gleiche Interessen und ein offenes Ohr hat und man mit dem Herzen dabei ist, ein hilfreiches Gespräch entstehen kann.
Der Höhepunkt dieser jährlichen Fortbildungen ist immer das Kennenlernen der neuen MitarbeiterInnen und das Zusammensein der Kirchberger und Blaufelder Gruppe, die zusammen den Hospizverein bilden. Die unter Schweigepflicht stehenden MitarbeiterInnen treffen sich jeden Monat in zwei Kleingruppen, in Blaufelden und Kirchberg, um sich in einem geschützten Rahmen über die Begleitungen aus zu tauschen.

Text und Bilder: Beate Frank

Gesprächsrunde - Gesprächsergebnisse - Wolfhard Rudat mit Elke Hahn beim Gespräch im Sieger Köder Museum